Biblio - Verlagsverzeichnis 1998
Bände 1-9 erscheinen im Verlag Mittler & Sohn, Hamburg
Bände 10 ff. Großformat 27,5 x 21,5cm. Osnabrück 1995 ff. Geb.
ISBN 3-7648-2447-6
ISBN 3-7648-2448-4 DM 98,-Die Geschichte des deutschen Panzerbaus beginnt im Ersten Weltkrieg. Mehr als 20 militärisch und technisch hochinteressanter Kampfwagenprojekte wurden verfolgt. Die Entwicklung reicht vom ersten an der Front eingesetzten deutschen Panzerwagen, dem Sturmpanzerwagen A7V, (einem Panzer der 30-Tonnen-Klasse mit 200 PS Doppelmotorenanlage), über den K-Wagen, einem überschweren Durchbruchspanzer (von 60 Tonnen Gewicht und 600 PS Leistung) bis hin zu leichten Kampfwagentypen für Aufklärung und Verfolgung.
Das mit zahlreichen bislang durchweg unbekannten Fotos, Zeichnungen und Tabellen lebendig gestaltete Buch beschreibt die Entwicklung und den Bau aller deutschen Kampfwagen des Ersten Weltkrieges. Dem an Panzertechnik Interessierten wird eine systematische Erfassung und Analyse der Panzertypen und der Panzertechnik der damaligen Zeit vermittelt. Dabei wird auf verblüffende Weise deutlich, daß bereits in der Frühzeit des Panzers technische und taktische Ideen entwickelt wurden, die die spätere Entwicklung dieser Waffe bestimmten.
Das vorliegende Werk ist die erste umfassende fundierte Darstellung zu diesem Thema. Es schließt eine Lücke in der militär- und technikgeschichtlichen Forschung und leistet einen Beitrag zur Innovationsforschung. Der in dem Buch vorgenommene Vergleich der Panzerentwicklung und des Panzereinsatzes in Deutschland, Frankreich und Großbritannien führt zu dem angesichts der bisherigen Forschungslage überraschenden Ergebnis, daß die Grundstrukturen des Innovationsprozesses bei der Einführung des Panzers in diesen Staaten starke Übereinstimmungen aufweisen.
Die Geschichte des Panzerbaus in Deutschland ist zugleich Teil der Firmengeschichte führender deutscher Unternehmen der Wehrwirtschaft. Die Firmen Daimler, Benz, Büssing, Krupp, Hansa-Lloyd, Dürkopp - um nur einige zu nennen - waren federführend an den Panzerobjekten beteiligt, Adler, Bosch, Zeiss, Mauser, Fichtel Sachs als Zulieferer tätig. Umfangreiches Material aus den Archiven dieser Firmen wird an dieser Stelle zum erstenmal veröffentlicht.
ISBN 3-7648-2450-6 DM 98,-Die vorliegende Arbeit schildert den Kernbereich der Rüstungsproduktion des 18. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, die Herstellung von Feuerwaffen. Dies geschieht durch die eingehende Untersuchung eines einzelnen Territoriums und seiner Beschaffungssituation. Der Ansatz ist ,,rüstungsgeschichtlich", d. h., er behandelt die Waffenproduktion als Schnittstelle von Militär und Wirtschaft, die durch den technischen Wandel von Methoden, Maschinen und Apparaten bestimmt wurde. Durch Herausarbeiten technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Fakten werden militärische Fragen beantwortet. Zu guter Letzt werden die finanziellen Aufwendungen für Feuerwaffen und deren Fabrikation behandelt und beziffert, zumal gerade auf diesem Gebiet für das 18. Jahrhundert nur sehr wenige Angaben veröffentlicht sind. Die vorliegende Untersuchung soll dazu beitragen, militär- und technikgeschichtliche Lücken zu schließen. Die besondere Berücksichtigung quantitativen Materials soll die Einschätzung territorialer ,,Rüstungsindustrien" hinsichtlich ihres Beitrags zum Potential militärischer Schlagkraft dieser Staaten ermöglichen. Auf diese Weise soll den verschiedenen Disziplinen der Geschichtswissenschaft, aber auch anderen Fächern wie etwa der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, die Ausgangsbasis zu weiterführenden Vergleichen mit anderen Objekten und Epochen erstellt werden.
ISBN 3-7648-2524-3
Als ,,Teufelswerk", das ihnen Kugeln und Feuer entgegenspie, empfanden Krieger und friedliche Bürger gleichermaßen seit dem 14. Jahrhundert die gefährlichen Pulverwaffen. Auch die Stückknechte, die Pulver und Geschoß in das Geschützrohr einbringen und es von Pulverresten reinigen mußten, fürchteten sich vor den unheimlichen Kanonen und Mörsern.In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die bisher zünftlerisch strukturierte, aus Büchsenmeistern und Stückknechten bestehende Artillerie zu einer Waffengattung der stehenden Heere mit Offizieren und Kanonieren umorganisiert. Sie unterstand damit unmittelbar dem Landesherrn. Die bisher selbständig arbeitenden Stückgießer wurden gleichzeitig immer mehr in staatliche Geschützgießereien eingeordnet und Militärbehörden unterstellt. Beschaffung der Geschütze, Organisation und militärischer Einsatz der Artillerie entsprachen also den neuen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bedingungen des Herrschaftssystems im Absolutismus.
Das wirtschaftlich starke Kurfürstentum Sachsen besaß vom 16. bis 18. Jahrhundert stets eine leistungsstarke Artillerie und ausgezeichnete Stückgießer. Zum ersten Mal legt der Autor, basierend auf dem Studium von Schriftquellen und von erhaltenen Bronzegeschützrohren, umfangreiche Forschungsergebnisse zum Geschützguß im Dresden des 17./18. Jahrhunderts vor. Der Vergleich von schriftlichen Nachrichten mit erhaltenen Geschützen, ihrer Bestimmung und Datierung, ergab zahlreiche Korrekturen gegenüber den Angaben in der bisherigen Literatur. Hoch einzuschätzen sind die umfangreichen Ausführungen zu den Dresdener Gießereien, ihren Standorten, ihren technischen Einrichtungen, dem Gußverfahren, der Herstellung von Modeln und Gußformen, den Bohrverfahren und der Stückverschneidung. Durch genaues Studium erhaltener sächsischer Bronzerohre konnten Methoden aufgezeigt werden, wie Stückgießer Gußfehler überarbeiteten. Heiko Berger macht deutlich, wie durch Materialanalysen die Herkunft von Erzen und ihre Verarbeitung an bestimmten Gußorten nachzuweisen ist. Er widmet sich jedoch nicht nur den Problemen der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart. Dazu gehören Vorschläge zur Erhaltung, Pflege und Konservierung der Bronzerohre, museumsspezifische Aufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit mit dem erhaltenen Kulturgut. Besondere Aufmerksamkeit finden dabei die Geschützbestände der sächsischen Festung Königstein, deren Geschichte, Verlagerung während des 2. Weltkrieges, Abtransport und Rückführung aus der Sowjetunion 1958.
Aus der heutigen Sicht ist das ehemalige ,,Teufelswerk" zu einem interessanten, aufschlußreichen historischen Gegenstand geworden, der wissenschaftlich aufbereitet, Einblicke in wirtschaftliche, militärische und kulturelle Verhältnisse vergangener Jahrhunderte bietet.