Biblio - Verlagsverzeichnis 1998
ISBN 3-7648-0609-5 DM 1200,-Der historischen Waffenkunde ist jene einzigartige ,,Rüstkammer" Erzherzog Ferdinands II. von Österreich, Landesherrn von Tirol und der österreichisch-schwäbischen Vorlande, ein Begriff. In dieser Rüstkammer hatte er auf Schloß Ambras bei Innsbruck zu Ende des 16. Jahrhunderts die Harnische und Waffen der Kriegshelden seit dem Spätmittelalter bis zu seiner Zeit vereinigt. Sie bildet heute zusammen mit der alten Kaiserlichen Rüstkammer einen Grundbestand der Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Burg zu Wien. Jakob Schrenk von Notzing, Sekretär und Rat Erzherzog Ferdinands II., hat in seinem Auftrag die weltweite Erwerbungskorrespondenz geführt und schließlich die waffentragenden Persönlichkeiten dieser Wallhalla oder Ruhmeshalle in ihren Rüstungen mitsamt ihren ausführlichen Lebensläufen in einem prachtvollen Kupferstichwerk zur Darstellung gebracht. Es bildet eine Geschichtsquelle ersten Ranges, deren Wert bis heute noch nicht ausgechöpft ist. Der große Foliant, das erste gedruckte
Bildinventar einer Waffensammlung, erschien erstmals 1601 und zwar in lateinischer Sprache bei Hans Bauer (Johannes Agricola) in Innsbruck. Es folgte 1603 ebendort eine deutsche Übersetzung, die 1735 in Nürnberg in stark vereinfachter Form in Oktavformat neu aufgelegt wurde. Die Folioexemplare sind heute nur noch in wenigen Bibliotheken vorhanden. Unsere Edition vereint neben den Vorworten alle bekannten 128 Bildnisstiche und 125 Biographien, sowohl die deutschen wie die lateinischen. Die Kupferstiche werden im Folioformat von 47 x 33 cm mit den reichen Randornamenten wiedergegeben, die bei der späteren Oktavausgabe des 18. Jahrhunderts wegfielen. Der Verlag hat sich bemüht, aus mehreren Exemplaren des einzigartigen Werkes die jeweils klarsten und frischesten Vorlagen zur Reproduktion heranzuziehen.
Ein in sich geschlossener Band bringt also die Stiche und Viten zweisprachig in deutsch und latein, wobei die feste Reihenfolge der deutschen Ausgabe maßgeblich blieb. Eingeleitet, zusammengestellt und mit Ergänzungen und erläuternden Bemerkungen herausgegeben wurde der Band von Dr. Bruno Thomas, Direktor i. R. der Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Burg zu Wien.