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Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde

Herausgegeben im Auftrage der Wehrtechnischen Studiensammlung des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung von Wolfram Funk, Heinrich Müller, Volker Schmidtchen, Ingo Weise und Arnold Wirtgen. Bände 10 ff. Grossformat 27,5 x 21,5cm. Osnabrück 1995 ff. Geb. (Bände 1-9 erschienen im Verlag Mittler + Sohn)

ISBN 3-7648-2447-6

Bd. 10:

Kaufhold-Roll, Heinrich

Der deutsche Panzerbau im Ersten Weltkrieg. VI, 180 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Osnabrück 1995.

ISBN 3-7648-2448-4
Euro 50,20

Die Geschichte des deutschen Panzerbaus beginnt im Ersten Weltkrieg. Mehr als 20 militärisch und technisch hochinteressanter Kampfwagenprojekte wurden verfolgt. Die Entwicklung reicht vom ersten an der Front eingesetzten deutschen Panzerwagen, dem Sturmpanzerwagen A7V, (einem Panzer der 30-Tonnen-Klasse mit 200 PS Doppelmotorenanlage), über den K-Wagen, einem überschweren Durchbruchspanzer (von 60 Tonnen Gewicht und 600 PS Leistung) bis hin zu leichten Kampfwagentypen für Aufklärung und Verfolgung.

Das mit zahlreichen bislang durchweg unbekannten Fotos, Zeichnungen und Tabellen lebendig gestaltete Buch beschreibt die Entwicklung und den Bau aller deutschen Kampfwagen des Ersten Weltkrieges. Dem an Panzertechnik Interessierten wird eine systematische Erfassung und Analyse der Panzertypen und der Panzertechnik der damaligen Zeit vermittelt. Dabei wird auf verblüffende Weise deutlich, dass bereits in der Frühzeit des Panzers technische und taktische Ideen entwickelt wurden, die die spätere Entwicklung dieser Waffe bestimmten.

Das vorliegende Werk ist die erste umfassende fundierte Darstellung zu diesem Thema. Es schliesst eine Lücke in der militär- und technikgeschichtlichen Forschung und leistet einen Beitrag zur Innovationsforschung. Der in dem Buch vorgenommene Vergleich der Panzerentwicklung und des Panzereinsatzes in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien führt zu dem angesichts der bisherigen Forschungslage überraschenden Ergebnis, dass die Grundstrukturen des Innovationsprozesses bei der Einführung des Panzers in diesen Staaten starke Übereinstimmungen aufweisen.

Die Geschichte des Panzerbaus in Deutschland ist zugleich Teil der Firmengeschichte führender deutscher Unternehmen der Wehrwirtschaft. Die Firmen Daimler, Benz, Büssing, Krupp, Hansa-Lloyd, Dürkopp - um nur einige zu nennen - waren federführend an den Panzerobjekten beteiligt, Adler, Bosch, Zeiss, Mauser, Fichtel Sachs als Zulieferer tätig. Umfangreiches Material aus den Archiven dieser Firmen wird an dieser Stelle zum erstenmal veröffentlicht.

Bd 11: Zenke, Rainer

Ultima Ratio Regum. Feuerwaffen und ihre Produktion im Kurfürstentum Hannover und im Alten Reich im 18. Jahrhundert. VI, 234 Seiten mit 44 Abbildungen. Osnabrück 1997.

ISBN 3-7648-2450-6
Euro 50,20

Die vorliegende Arbeit schildert den Kernbereich der Rüstungsproduktion des 18. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, die Herstellung von Feuerwaffen. Dies geschieht durch die eingehende Untersuchung eines einzelnen Territoriums und seiner Beschaffungssituation. Der Ansatz ist “rüstungsgeschichtlich”, d. h., er behandelt die Waffenproduktion als Schnittstelle von Militär und Wirtschaft, die durch den technischen Wandel von Methoden, Maschinen und Apparaten bestimmt wurde. Durch Herausarbeiten technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Fakten werden militärische Fragen beantwortet. Zu guter Letzt werden die finanziellen Aufwendungen für Feuerwaffen und deren Fabrikation behandelt und beziffert, zumal gerade auf diesem Gebiet für das 18. Jahrhundert nur sehr wenige Angaben veröffentlicht sind. Die vorliegende Untersuchung soll dazu beitragen, militär- und technikgeschichtliche Lücken zu schliessen. Die besondere Berücksichtigung quantitativen Materials soll die Einschätzung territorialer “Rüstungsindustrien” hinsichtlich ihres Beitrags zum Potential militärischer Schlagkraft dieser Staaten ermöglichen. Auf diese Weise soll den verschiedenen Disziplinen der Geschichtswissenschaft, aber auch anderen Fächern wie etwa der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, die Ausgangsbasis zu weiterführenden Vergleichen mit anderen Objekten und Epochen erstellt werden.

Bd. 12: Berger, Heiko

Dresdner Stückgiesser. Ihr Leben und Wirken von 1649 bis 1796.

ISBN 3-7648-2524-3
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Als “Teufelswerk”, das ihnen Kugeln und Feuer entgegenspie, empfanden Krieger und friedliche Bürger gleichermassen seit dem 14. Jahrhundert die gefährlichen Pulverwaffen. Auch die Stückknechte, die Pulver und Geschoss in das Geschützrohr einbringen und es von Pulverresten reinigen mussten, fürchteten sich vor den unheimlichen Kanonen und Mörsern.

In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die bisher zünftlerisch strukturierte, aus Büchsenmeistern und Stückknechten bestehende Artillerie zu einer Waffengattung der stehenden Heere mit Offizieren und Kanonieren umorganisiert. Sie unterstand damit unmittelbar dem Landesherrn. Die bisher selbständig arbeitenden Stückgiesser wurden gleichzeitig immer mehr in staatliche Geschützgiessereien eingeordnet und Militärbehörden unterstellt. Beschaffung der Geschütze, Organisation und militärischer Einsatz der Artillerie entsprachen also den neuen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bedingungen des Herrschaftssystems im Absolutismus.

Das wirtschaftlich starke Kurfürstentum Sachsen besass vom 16. bis 18. Jahrhundert stets eine leistungsstarke Artillerie und ausgezeichnete Stückgiesser. Zum ersten Mal legt der Autor, basierend auf dem Studium von Schriftquellen und von erhaltenen Bronzegeschützrohren, umfangreiche Forschungsergebnisse zum Geschützguss im Dresden des 17./18. Jahrhunderts vor. Der Vergleich von schriftlichen Nachrichten mit erhaltenen Geschützen, ihrer Bestimmung und Datierung, ergab zahlreiche Korrekturen gegenüber den Angaben in der bisherigen Literatur. Hoch einzuschätzen sind die umfangreichen Ausführungen zu den Dresdener Giessereien, ihren Standorten, ihren technischen Einrichtungen, dem Gussverfahren, der Herstellung von Modeln und Gussformen, den Bohrverfahren und der Stückverschneidung. Durch genaues Studium erhaltener sächsischer Bronzerohre konnten Methoden aufgezeigt werden, wie Stückgiesser Gussfehler überarbeiteten. Heiko Berger macht deutlich, wie durch Materialanalysen die Herkunft von Erzen und ihre Verarbeitung an bestimmten Gussorten nachzuweisen ist. Er widmet sich jedoch nicht nur den Problemen der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart. Dazu gehören Vorschläge zur Erhaltung, Pflege und Konservierung der Bronzerohre, museumsspezifische Aufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit mit dem erhaltenen Kulturgut. Besondere Aufmerksamkeit finden dabei die Geschützbestände der sächsischen Festung Königstein, deren Geschichte, Verlagerung während des 2. Weltkrieges, Abtransport und Rückführung aus der Sowjetunion 1958.

Aus der heutigen Sicht ist das ehemalige “Teufelswerk” zu einem interessanten, aufschlussreichen historischen Gegenstand geworden, der wissenschaftlich aufbereitet, Einblicke in wirtschaftliche, militärische und kulturelle Verhältnisse vergangener Jahrhunderte bietet.