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Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung

Herausgegeben von Dr. Johann Christoph von Allmayer-Beck, Dr. Hans A. Bleckwenn (†), Dr. Dermot Bradley, Prof. Charles Burdick, Dr. Otmar Hackl, Prof. Dr. Werner Hahlweg (†), sowie Prof. Dr. Walter Schaufelberger. Osnabrück 1973 ff. Geb.

ISBN 3-7648-0926-4

Band 1: Wienhöfer, Elmar

Das Militärwesen des Deutschen Bundes und das Ringen zwischen Österreich und Preussen um die Vorherrschaft in Deutschland 1815-1866. VIII, 149 Seiten. Osnabrück 1973.

ISBN 3-7684-0927-2
Euro 20,50

“Wienhöfers Buch vermittelt die heute seltene Einsicht, dass ein Ignorieren des Militärwesens in der Geschichtswissenschaft zu Fehlurteilen über die Vergangenheit und auch zu Fehlentschlüssen für die Zukunft führen kann. So stellt dieses Buch das Militärische im Gesamtzusammenhang der politischen Geschichte dar, deren zentrales Problem in der Geschichtsliteratur über die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts Einigung und Reichsgründung war. Wienhöfers Buch schliesst in überzeugender Argumentation eine Lücke in der Literatur über den Deutschen Bund.” (Hans-Justus Kreker, Historische Zeitschrift Band 221, 1975)

Band 2: Albrecht, Walther

Gunther Burstyn (1879-1945) und die Entwicklung der Panzerwaffe. X, 189 Seiten, 18 Tafeln und 12 Beilagen. Osnabrück 1973.

ISBN 3-7648-0928-0
Euro 23,10

“Gunther Burstyn (1879-1949), ,Generalbaurat’ und Konstrukteur des I. geländegängigen Panzerkraftwagens 1911, gilt als der Vater der Panzerwaffe. Weder die österreichische, noch die deutsche Heeresführung erkannte rechtzeitig die Bedeutung dieser Erfindung und nahm die Chance 1914 wahr! Viel ist über diesen genialen Österreicher, der in Korneuburg lebte und starb, geschrieben worden, doch ein geschlossenes Bild verdanken wir erst jetzt dem Autor Walther Albrecht, der seine erschöpfende Arbeit im Biblio Verlag, Osnabrück, erscheinen liess.” (Österreichischer Soldatenkalender 1976)

Band 3: Banaschik-Ehl, Christa

Scharnhorsts Lehrer, Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe, in Portugal. Die Heeresreform 1761-1777. Mit Vorwort von H. Bleckwenn. XVI, 261 Seiten, 12 Tafeln. (1 farbig). Osnabrück 1973.

ISBN 3-7648-0929-9
Euro 26,60

“Der Band behandelt die Vorgeschichte der Heeresreform in Portugal durch den Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe (1724-1777). Es ist das Verdienst der Verfasserin, auch die portugiesischen Quellen ausfindig gemacht zu haben. Aussenpolitisch richteten sich die Massnahmen der Portugiesen gegen die Machtstellung Grossbritanniens in Portugal. Das portugiesische Heer war nicht in der Lage, die Landesgrenzen zu verteidigen, und war infolgedessen auf England angewiesen, um seine Souveränität gegen Spanien und Frankreich zu behaupten. die Heeresreform unternahm der von den Engländern als Ob. der verbündeten Truppen nach Portugal geschickte Graf Wilhelm. Sein berühmtester Schüler war später Gerhard Scharnhorst, der wie die Verfasserin abschliessend feststellt, berufen war, den Vorstellungen des Grafen Wilhelm über Volksbewaffnung weltweite Wirkung zu geben”. (Dermot Bradley, Wehrwissenschaftliche Rundschau)

Band 4: Hanke, Michael

Alfred T. Mahan, ein Klassiker der Seekriegstheorie. Eine moderne Analyse seines Werkes. X, 366 Seiten. Osnabrück 1974.

ISBN 3-7648-0930-2
Euro 27,70

“In den letzten Jahren hat die Marinegeschichte der Grossmächte vor 1914 in der Bundesrepublik, in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten so etwas wie eine Renaissance erlebt. Ebenso lebhaft hat sich die Diskussion über den Imperialismus und die internationalen Rivalitäten dieses Zeitraums entwickelt und auf die Forschung befruchtend eingewirkt. Da Mahan, ein “Apostel der Seemacht” - wie ihn ein Historiker nannte -, mit seiner Forderung nach einer starken Seemacht, nach Expansion in Übersee und Anwendung von Gewalt, ganz zu schweigen von seinem Sozialdarwinismus, seiner positivistischen Formulierung allgemeiner “Entwicklungsgesetze” und seinen propagandistischen Bestrebungen, vieles in diesem Zeitalter vorbildete und beeinflusste, ist eine sorgfältige Untersuchung seiner Bedeutung und der zeitgeschichtlichen Zusammenhänge, die auf sein Denken einwirkten, sehr zu begrüssen.” (Paul M. Kennedy, Militärgeschichtliche Mitteilungen 2/1975)

Band 5: Spichal, Dieter

Die Black Panther Party. Ihre revolutionäre Ideologie und Strategie in Beziehung zur Geschichte und Situation der Afro-Amerikaner, zur “Dritten Welt”, und zum Marxismus-Leninismus. IV, 268 Seiten. Osnabrück 1974.

ISBN 3-7648-0931-0
Euro 26,70

Inhalt: I. Einleitung / II. Die Geschichte der Black Panther Party / III. Die Theorie der Gewalt im afro-amerikanischen Widerstand der Nachkriegszeit / IV. Die frühen Ansatzpunkte der Gewalt-Konzeption der Black Panther Party / V. Die Forderung der Black Panther Party nach Selbstbestimmung / VI. Die Konzeption der Selbstverteidigung / VII. Die Entwicklung einer antikapitalistischen Position / VIII. Die Theorie der Black Panther Party vom Kolonialstatus Afro-Amerikas / XI. Nationaler Befreiungskampf und Klassenkampf / X. Die Klassenanalyse und Bündnispolitik der Black Panther Party / XI. Die Konzeption der Stadtguerilla / XII. “Intercommunalism” / XIII. Zusammenfassung / Quellen- und Literaturverzeichnis / Anmerkungen.

Band 6: Vogt, Adolf

Oberst Max Bauer (1869-1929). Generalstabsoffizier im Zwielicht. VIII, 704 Seiten, 7 Tafeln. Osnabrück 1974.

ISBN 3-7648-0946-9
Euro 29,70

“Vogts Arbeit behandelt eine der schillernsten militärischen Figuren des ausgehenden deutschen Kaiserreiches. Max Bauer, zuletzt Oberst und Abteilungsleiter in der 3. OHL, beteiligt am Sturz Bethmann Hollwegs, durchlief auch nach 1918 eine ungewöhnliche Karriere, deren wichtigste Stationen Beteiligung am Kapp-Putsch, rechten Sammlungsbewegungen in München, Budapest und Wien und damit zugleich Brennpunkte des Geschehens der ersten Nachkriegsjahre waren. Nach einem vordergründigen Abschied von der Politik und Aufenthalten in der Sowjetunion, Spanien und Argentinien war er zuletzt als Militärberater Tschiang-Kai-scheks tätig und verstarb 1929 in Shanghai.” (Thies, Militärgeschichtliche Mitteilungen, 1/1976)

Band 7: Morsey, Konrad

T. E. Lawrence und der arabische Aufstand 1916-1918. XI, 457 Seiten und 7 Blatt Abbildungen. Osnabrück 1976.

ISBN 3-7648-1060-2
Euro 27,70

“T. E. Lawrence war und ist noch immer eine Persönlichkeit, die nicht leicht mit ihrer Umwelt in Einklang gebracht werden kann und deren Motive des Handelns nicht eindeutig bestimmt werden können. Allein die umfangreiche Liste der Quellen und der Literatur (S. 389 ff.), die in Zusammenhang mit dem kritischen Literaturbericht der vorliegenden Dissertation zu bewerten ist, zeigt die schwierige Situation der Wissenschaftler, wenn sie sich mit Lawrence beschäftigen - sei es nun in literarischer, historischer oder psychologischer Hinsicht. So ist es als ein Verdienst von M. anzusehen, den historischen Aspekt im Leben des Mannes zu untersuchen und die Ergebnisse der Forschung zu den Episoden aufzuarbeiten, die sich mit der Zeit des arabischen Aufstands 1916/18 befassen. Als Ergebnisse kann M. ein Bild von Lawrence vorlegen, das weder dem Heroenklischee des Filmhelden noch den Verleumdungen seiner Feinde entspricht. M. beweist vielmehr, dass Lawrence den Titel “Lawrence von Arabien” zu recht trägt, eine entscheidende Rolle während des Aufstandes gespielt hat und mit Sicherheit der bedeutendste und einflussreichste englische Verbindungsoffizier dieser Zeit gewesen ist.” (Jörg Martin, Das historisch-politische Buch, XXV/6, 1977)

Band 8: Vogel, Renate

Die Persien- und Afghanistanexpedition Oskar Ritter von Niedermayers 1915/16. X, 319 Seiten. Osnabrück 1976.

ISBN 3-7648-0948-5
Euro 26,60

“Weniger bekannt, doch nicht minder lehrreich als die Operationen an den Fronten des Land- und Seekrieges dürften die Versuche der Kriegführenden sein, durch Aktivierung nationaler und sozialer Konfliktstoffe das innere Gefüge des Gegners zu erschüttern. Ziele des gegen Grossbritannien gerichteten deutschen Revolutionierungsprogramms bildeten neben Irland vor allem die unter direkter oder indirekter britischer Herrschaft stehenden islamischen Völker. Vom Boden der verbündeten Türkei aus stiessen mehrere deutsche Expeditionen nach dem de jure neutralen Persien vor, um unmittelbar dessen Parteinahme für die Mittelmächte zu erreichen, mittelbar über Afghanistan die Revolutionierung Indiens einzuleiten. Eine dieser Expeditionen ist Gegenstand der Untersuchung von Renate Vogel, “Die Persien- und Afghanistanexpedition Oskar Ritter von Niedermayers 1915/16”. Wohl erreichte die Gruppe unter Führung des damaligen Oberleutnants und Persienspezialisten Niedermayer über Bagdad, Isfahan und die durch russische und britische Truppen überwachte afghanische Grenze die afghanische Hauptstadt Kabul, doch gelang es nicht, den Emir zum Kriegseintritt auf seiten der Mittelmächte zu bewegen. Auch die Hoffnung, mit Stammeshilfe auf Kosten der Briten und Russen Einfluss auf die Politik Teherans zu gewinnen, erfüllte sich nicht.” (ASMZ, Nr. 6/1977)

Band 9: Stahel, Albert Alexander

Die Anwendung von Lanchester-Modellen für die Beschreibung und die Simulation von Interaktionen im Guerillakrieg. VI, 59 Seiten. Osnabrück 1975.

ISBN 3-7648-1003-3
Euro 13,30

“Stahel bringt einen kurzen, aber methodisch bemerkenswerten Aufsatz. Ausgehend von einem historischen Beispiel aus Amerika (1813) ist es sein Ziel, den Interaktionsprozess des Kampfes im Hinterhalt (,ein überraschender Feuerüberfall aus einer vorbereiteten Stellung auf einen sich in Bewegung befindlichen Feind’) zwecks systematischerer Darstellung der Prinzipien des Guerillakrieges zu analysieren. Als Instrument der Untersuchung dienen verschiedene Systeme von Differentialgleichungen und die Simulationstechnik. Mathematische Vorkenntnisse sind unbedingt erforderlich. Stahel stellt fest, dass sich bei dieser Anzahl von Kämpfenden auf beiden Seiten bei optimaler Geländeausnutzung die Anwendung des Hinterhalts gegen Reguläre immer lohnt. Für die Hinterhaltskräfte könnte schon ein Feuerverhältnis 1:1 genügen um zu siegen. Ein Sieg in einem Guerillakrieg ist sicher eine Funktion der Beherrschung der Kriegführung und nicht unbedingt eine des Kulturniveaus.” (Dermot Bradley, Europäische Wehrkunde 10/76)

Bd. 10: Erpenbeck, Dirk-Gerd

Serbien 1941. Deutsche Militärverwaltung und serbischer Widerstand. VIII, 159 Seiten, 10 Kartenskizzen, 2 Faksimiles. Osnabrück 1975.

ISBN 3-7648-1056-4
Euro 20,00

Gleich nach der Niederwerfung Jugoslawiens im April 1941 entwickelten sich in Serbien, das der deutschen Militärverwaltung unterstellt wurde, zwei Widerstandsgruppen: die nationalen Verbände und die kommunistischen Partisanen. Beide hatten grundsätzlich verschiedene Ziele: Während den grossserbisch und antikommunistisch gesinnten Tschetniks unter Draza Mihajlovic insbesondere daran lag, “serbisches Blut zu sparen”, und in den kroatischen Ustaschi - ebenso wie in den Kommunisten - den Hauptgegner erblickten (was eine zeitweilige “Passivität” beim Widerstand gegen die deutsche Besatzung bedingte), bot gerade die Anwesenheit eines deutschen Okkupanten den Kommunisten die Möglichkeit, ihr Hauptanliegen - den “sozialen Kampf” -, getarnt als Verteidigung nationaler Interessen zu führen. Dabei hatten sie, wie der Verfasser betont, keinerlei Skrupel, denn sie konnten “durch Raub ihre Lage verbessern, was die Tschetniks aus Ehrgefühl und vaterländischen Gründen ablehnten”. Schliesslich wollte Mihajlovic das serbische Volk und seine Streitkräfte für die von ihm erhoffte Landung der westlichen Alliierten am Balkan schonen, während Tito trotz hoher Verluste unter der serbischen Zivilbevölkerung auf dem Kampf gegen die Deutschen bestand. Gleichwohl gab es Zeiten, in denen Tschetniks und Partisanen aus taktischen Gründen miteinander in Verbindung standen; zu einem dauernden gemeinsamen Handeln kam es aber allein schon deshalb nicht, weil sich keine Seite der anderen unterordnen wollte.

Der Verfasser weist mit Recht darauf hin, dass die Konzeption der Sieger von 1941, also der Deutschen, im Hinblick auf die künftige Gestaltung von Serbien äusserst widersprüchlich war; letztlich war überhaupt keine konkrete Vorstellung darüber vorhanden, und die Rücksichtnahme auf den italienischen Verbündeten war bei den entscheidenden Stellen sehr gross. Die Hauptrichtung der deutschen Propaganda während des Südostfeldzugs war antiserbisch, sicher nicht zuletzt wegen der antiserbischen Grundhaltung Hitlers. Dieser hatte auch, wie der Autor unterstreicht, bereits nach dem Polenfeldzug den “zwischenstaatlich organisierten Bevölkerungsaustausch” als Mittel zur Beseitigung von Nationalitätenkonflikten gefordert. So beabsichtigte er, nach der Zerschlagung Jugoslawiens insgesamt 260 000 Slowenen aus der Deutschland angegliederten Untersteiermark nach Serbien auszusiedeln, und er befürwortete eine Abschiebung der Serben aus Kroatien nach Serbien, wo diese, wie auch in Kroatien selbst, ein Reservoir für die Partisanen bildeten. Die deutsche Politik gegenüber Serbien zeigte - insgesamt gesehen - die “Unfähigkeit, die eigene Machtfülle für andere erträglich zu gestalten”, eine Erscheinung, die sich bei den Siegern des Zweiten Weltkriegs wiederholte. Auf die falsche “Balkankonzeption” der deutschen Politik bezieht sich denn auch mit Recht der Vorwurf des Verfassers: Die deutsche Führung hatte nicht begriffen, dass man mit einer rein militärischen Lösung die national-serbische Widerstandsbewegung, die gleichzeitig ein traditionell starkes Bollwerk gegen kommunistische Aspirationen darstellte, nicht aus der Welt schaffen konnte, sondern dass ein politisches Arrangement die weitaus bessere Lösung gewesen wäre. Man hätte, so bemerkt der Verfasser im Schlusskapitel richtig, auch auf Erfahrungen Österreichs zurückgreifen können, dessen Vertreter (Glaise-Horstenau, Matl, Neubacher) sich auch im Rahmen der deutschen Politik - allerdings vergeblich - darum bemühten, eine Lösung der Balkan-Probleme vorzuschlagen, die letzten Endes auch den deutschen Interessen in Serbien entsprochen hätte.

Bd. 11: Lenherr, Alfons

Das schweizerische Militärwesen der Restaurationszeit als Dokumentation eines nationalen Bewusstseins insbesondere die sechs Übungslager von 1820-1830. VIII, 235 Seiten, 2 Abbildungen. Osnabrück 1976.

ISBN 3-7648-1057-2
Euro 26,60

“Die in den Verträgen von 1815 als dauernd neutraler Staat restaurierte Eidgenossenschaft schuf mit Ihrem Militärreglement vom Jahr 1817 ein militärisches Grundgesetz, das dank seiner modernen Haltung den Neuaufbau der schweizerischen Armee wesentlich förderte und das als eigentliche Grundlage der modernen schweizerischen Heeresgeschichte gelten darf. Die Zürcher Dissertation von Lenherr befasst sich mit der Entwicklungsgeschichte des schweizerischen Militärwesens in der ersten Phase seines Neuaufbaus. Insbesondere setzt er sich mit den sechs eidgenössischen Übungslagern auseinander, die vom Militärreglement geschaffen wurden und die in den Jahren zwischen 1820 und 1830 stattgefunden haben. Diese Truppenzusammenzüge sind wohl weniger als militärisch fachliche Ereignisse zu werten - rein militärisch standen sie teilweise auf recht niedriger Stufe - als vor allem als Keimstätten eines neu erwachsenden nationalen Bewusstseins der Eidgenossenschaft. Die eidgenössischen Übungslager, an denen die Kontingente verschiedener Kantone teilgenommen haben, sind von den Zeitgenossen als “Nationalfeste” empfunden worden; Lenherr legt anschaulich dar, wie diese Anlässe zur Entstehung eines gesamteidgenössischen Denkens beigetragen haben. Interessant sind auch die Hinweise des Verfassers auf die geistige Mitarbeit bedeutender Schweizer: es sei etwa an Pietet de Rochemont und General Jomini erinnert.” (Kurz in “Schweizer Soldat” XII/78)

Bd. 12: Kohlhaas, Wilhelm

Candia. Die Tragödie einer abendländischen Verteidigung und ihr Nachspiel in Morea 1645-1714. VI, 370 Seiten, 13 Tafeln. Osnabrück 1978.

ISBN 3-7648-1058-0
Euro 36,90

“Am 27. August des Jahres 1669 fiel die Festung Candia, das heutige Heraklion auf Kreta. Der Generalkapitän der Republik Venedig, Francesco Morosini, kapitulierte vor dem türkischen Belagerer, Grosswesir Achmed Köprülü. Ein 24jähriger Krieg war damit zu Ende gegangen. Dies ist, in dürren Worten, der Ausgang eines Krieges, der allgemein als die “Ilias des Barocks” bezeichnet wird. Schwierig ist es, die Geschichte dieses Krieges sachlich zu erzählen, sich getreu an den Grundsatz des Thukydides zu halten, darzustellen, “wie es wirklich gewesen ist”.

Die Tragödie war gewaltig. 30 985 Soldaten auf venezianischer Seite, 118 754 auf türkischer fielen den Kämpfen zum Opfer. 2 781 Gefechte wurden geschlagen. 20 europäische Armeen kämpften um die Bastionen, unter ihnen auch ein Minikader aus Paderborn. Candia wurde zum Treffpunkt der letzten grossen Condottieri. Genau und sachlich schildert der Autor den Verlauf jenes 24jährigen Krieges, nicht ohne auf Spannung in der Darstellung zu verzichten. Eindrucksvoll werden am Fall Candia Probleme sichtbar gemacht, wie sie auch in der heutigen Militärwissenschaft eine Rolle spielen”. (Westfalenblatt 34. Jg. (1979) Nr. 119).

Bd. 13: Lezzi, Bruno

1914. General Ulrich Wille und die Kriegsbereitschaft der schweizerischen Armee. XI, 343 Seiten, 2 Tafeln. Osnabrück 1975.

ISBN 3-7648-1059-9
Euro 27,70

“Im Mittelpunkt der von Prof. Walter Schaufelberger angeregten Zürcher Dissertation stehen die Persönlichkeit Ulrich Willes und ihr Einsatz von 1907 bis 1914, die Kriegstüchtigkeit und Kriegsbereitschaft der Armee zu entwickeln - gegen den Widerstand teils hoher Stabsoffiziere um Theophil Sprecher von Bernegg, teils aus politischen Kreisen. Lezzi stützt seine fesselnde Darstellung auf Akten des Eidgenössischen Militärdepartements im Bundesarchiv, die Sitzungsprotokolle der Landesverteidigungskommission sowie persönliche Briefwechsel Willes, vornehmlich jenen mit Oberst Fritz Gertsch”. (Patrick Braun in Schweiz. Zs. f. Gesch. 28 (1978) H. 4).

Bd. 14: Preradovich, Nikolaus von

Die militärische und soziale Herkunft der Generalität des deutschen Heeres nach dem Stande vom 1. Mai 1944. IV, 227 Seiten. Osnabrück 1978.

ISBN 3-7648-1061-0
Euro 26,60

Die Generäle des deutschen Heeres waren keineswegs ein “monolithischer Block”. Unterschiedliche Begabung und Bildung, verschiedene politische und ethische Anschauungen, ihre militärische Herkunft in Staaten ausserhalb Preussens sowie die abgestufte Bedeutung der zahlreichen Dienststellen teilten die Generäle in mehrere scharf voneinander abgesetzte Gruppen. Die Generäle entstammten höchst unterschiedlichen Waffengattungen und waren ihrer sozialen Herkunft nach durchaus verschieden. Diese Unterschiede zeigt die vorliegende Untersuchung auf. Das Buch ist eine besonders wertvolle Ergänzung der bisher erschienenen Literatur über den Zweiten Weltkrieg und bietet eine Fundgrube von Informationen für den Militärhistoriker, den Soziologen und den Genealogen.

Bd. 15: Festschrift Werner Hahlweg

Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung. Eine Festschrift für Werner Hahlweg, Professor für Militärgeschichte und Wehrwissenschaft an der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster zur Vollendung seines 65. Lebensjahres am 29. April 1977. Hrsg. von Dermot Bradley und Ulrich Marwedel. VIII, 497 Seiten mit Portraits und 5 Tafeln. Osnabrück 1977.

ISBN 3-7648-1094-7
Euro 33,80

Inhalt:

D. Bradley, Professor Dr. Werner Hahlweg. Eine Würdigung zur Vollendung seines 65. Lebensjahres am 29. April 1977 / J. Ch. v. Allmeyer-Beck, Ist Militärgeschichte heute noch zeitgemäss? / R. Aron, La guerre est un cameleon / H. Bleckwenn, Ein niederländisches Jugendbildnis des “Soldatenkönigs” - Nachweis und Deutung / H.-L. Borgert, Friedrich Engels und die Militärwissenschaften / D. Bradley, Guerillakrieg in Irland - historische und soziologische Ursachen / U. v. Gersdorff, Militärgeschichte in Freiburg. Publikationen und Vorhaben des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes / O. Hackl, Politische Leitung und militärische Führung im Krieg Österreichs und Preussens gegen Dänemark 1864 / H.-P. Harstick, August Bebel zum Problem der Kriegsverhütung - Ein Brief an James Ramsey MacDonald vom 3. August 1908 / F. W. Hauck, Generaloberst Hans von Seeckt / K. Hollidt, Soldat und Christ / G. Jäschke, Schlieffenplan und Marneschlacht / J. Kun, Die Kämpfe der ungarischen Roten Armee 1919 / H. Lademacher, Neutralität - Territorium - Wirtschaft. Einige Bemerkungen zu Fragen der belgischen Aussenpolitik im 1. Weltkrieg / Walter Laqueur, Interpretations of Terrorism: Fact, Fiction and Political Science / U. Marwedel, Carl von Clausewitz und das Jahr 1812 / W. K. Nehring, General der Kavallerie Friedrich von Bernhardi - Soldat und Militärwissenschaftler / P. Paret, The Relationship between the American Revolutionnary War and European Military Thought and Practice of the Period / K. Peball, 1866: Der Krieg und seine historische Symptomatik / F. Ruge, Zur Marinegeschichtsschreibung / W. Schaufelberger. Nachlese zu den Burgunderschlachtfeiern in der Schweiz / H. Speidel, Generalstab und Bildung / W. Stribrny, Das Entlassungsgesuch des Prinzen Friedrich Karl von Preussen 1858 / A. J. Veenendaal, Pieter van Guethem, een Partizaan uit de Spaanse-Successieoorlog / J. L. Wallach, Die Ursprünge der modernen israelischen Kriegslehre / F. Wiener, Österreich-Ungarns schwere Artillerie. Einige Bemerkungen zum Nachkriegsschicksal der schweren Geschütze des kaiserlichen Heeres / A. Wirtgen, Der Entstehungsgang für Wehrmaterial und seine historische Entwicklung / S. Zaika, Preussische Polizeiformationen bis 1933. Ein Beitrag zur historischen Konfliktforschung / J. Niemeyer, Bibliographie der Veröffentlichungen Werner Hahlwegs. “Bereits mit der Auswahl der Autoren war es den Herausgebern gelungen, einen repräsentativen Querschnitt militärischer Prominenz für diese Festschrift zu gewinnen. Für jeden, der sich einen geschichtlichen Überblick über den derzeitigen Stand der Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung verschaffen will, gibt diese Festschrift einen treffenden Überblick” (Otto Münter, Europäische Wehrkunde 8/77).

Bd. 16: Bradley, Dermot

Generaloberst Heinz Guderian und die Enstehungsgeschichte des modernen Blitzkrieges.

Eine 2. verbesserte Auflage ist bei uns in der Reihe “Soldatenschicksale des 20. Jahrhunderts” als Band 6 erschienen.

Bd. 17: Wagner, Walter

Von Austerlitz bis Königgrätz. Österreichische Kampftaktik im Spiegel der Dienstvorschriften 1757-1864. VIII, 200 Seiten. Osnabrück 1978.

ISBN 3-7648-1114-5
Euro 22,50

Politische Veränderungen und ihre militärischen Konsequenzen in Frieden und Krieg bedingen taktische Veränderungen. Die Schrift beleuchtet den Übergang der neuen Konzeptionen in die eigentliche Truppenpraxis.

Bd. 18: Ramonat, Wolfgang

Der Völkerbund und die Freie Stadt Danzig 1920-1934. VIII, 200 Seiten. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1115-3
Euro 32,80

Der in der Zwischenkriegszeit besondere Status der Stadt Danzig war auch völkerrechtlich ein vielbeachteter Sonderfall: Die überwiegend deutsche Stadt war wirtschaftlich von Polen abhängig und diente auch dem neugeschaffenen Staat als Hafen, stand jedoch unter dem Mandat des Völkerbundes, der durch einen Hohen Kommissar vertreten war. Über die verschiedenen Aspekte der Danzigfrage gibt es bereits genaue Monographien. Die Beziehungen zum Völkerbund sind jedoch bisher nicht in einer selbständigen Abhandlung bearbeitet worden. Unter Verwendung umfangreicher, auch zeitgenössischer Literatur, wie auch der deutschen, englischen und Völkerbundarchive, entstand hier ein Werk, das über eine Fülle von Aspekten zuverlässig unterrichtet und das Danzigproblem in den angemessenen Rahmen der internationalen Politik einordnet.

Bd. 19: Mayzel, Matitiahu

Generals and Revolutionaries. The Russian General Staff during the Revolution. A study in the transformation of military elite. XII, 322 Seiten. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1116-1
Euro 23,60

“The purpose of this study is to investigate the history of the General Staff of the Russian army in 1917. Even though I intend to deal with professional officers and with a military institution, I have no intention of dealing with what is usually defined as military history. That is to say, my subject is not the military side of the revolution or World War I. I do not want to describe and analyse troop movements, battles lost and won, tactical and strategic thinking or the development of the art of warfare in the Russian army in 1917. Nor is it my intention to deal with the history of the institution of the General Staff during the turmoil of the two revolutions. What I intend to do is to study the history of the Russian General Staff and its officers in relation to Russian society in 1917.” (Introduction p. 1.)

Bd. 20: Büschleb, Hermann

Die Verzögerung: das schwerste Gefecht. Eine historische Analyse des Zurückkämpfens. 252 Seiten mit 32 Tafeln. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1166-8
Euro 20,50

Die wehrpolitische Situation der Bundesrepublik Deutschland und ihre Aufgabe innerhalb des westlichen Verteidigungsbündnisses erzwingen es, sich militärisch mit dem Problem der Gefechtsart Verzögerung, hervorgegangen aus dem Begriff des hinhaltenden Widerstandes, zu beschäftigen. In der vorliegenden Studie hat der Autor das Thema Verzögerung in seiner ganzen strategischen und taktischen Breite behandelt. Erstmalig wird diese moderne Kampfart deutscher Landstreitkräfte in ihrer historischen Entwicklung dargestellt und in ihren grundlegenden Problemen analysiert. Die in über 200 Jahren deutscher Wehrgeschichte behandelten jeweils geltenden Vorschriften sowie die kriegsgeschichtlichen Beispiele, vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg, stellen eine umfassende Dokumentation für den mit Führungsfragen sich beschäftigenden Soldaten von heute und morgen dar. So schliesst das Buch Büschlebs offensichtlich eine Lücke in der militärischen Fachliteratur gerade im Hinblick auf die Entwicklung zur Methodik der Gefechtsart “Verzögerung”. Der Verfasser, Generalmajor a. D. Herrmann Büschleb, Jahrgang 1915, war zuletzt Kommandierender General des I. Korps in Münster.

Bd. 21: Hampe, Erich / Bradley, Dermot

Die Unbekannte Armee. Die technischen Truppen im Zweiten Weltkrieg. VI, 183 Seiten und 14 Tafeln. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1175-7
Euro 21,50

Erich Hampe war während des Zweiten Weltkrieges General der “Technischen Truppen” und nach dem Krieg Präsident der “Bundesanstalt für zivilen Luftschutz”.

Aus dem Vorwort von Generaloberst a. D. Karl Hollidt:

“Wer von uns alten Soldaten des Zweiten Weltkrieges an der Front und in der Heimat hatte wohl Kenntnis von der Existenz und den Leistungen der ,Technischen Truppen im Oberkommando des Heers’? Mit Recht nennt der Verfasser sie ,Die Unbekannte Armee’. Der Militärhistoriker Dermot Bradley stand Generalmajor Hampe anregend und beratend bei der Abfassung seines Buches zur Seite. So liegt nun der Bericht in erzählender Form über die Entstehung und Verwendung der deutschen Technischen Truppen an den Fronten und in der Heimat für die Geschichte vor ... Das vorliegende Buch ... scheint mir, ... nicht nur wertvoll für den Historiker, den Soldaten und den Fachmann, sondern - zumal es flott und spannend geschrieben ist - auch geeignet als Lektüre für die junge Generation, um sich ein zutreffendes Bild der unmittelbaren deutschen Vergangenheit zu machen.”

Bd. 22: Franz-Willing, Georg

Der weltgeschichtliche Aufstieg der Vereinigten Staaten von Amerika durch die Entscheidung des Bürgerkrieges von 1861-1865. IX, 144 Seiten. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1188-9
Euro 24,60

Der Siegeszug des Liberalismus, der endgültige weltweite Umschwung zur industriellen Lebensweise, die Rolle der damals führenden Weltmacht, des Britischen Weltreiches, bei diesen erdumspannenden Veränderungen im allgemeinen, im hier behandelten Fall des amerikanischen Bürgerkrieges im besonderen, bestimmen die vorliegende Behandlung des Themas. Georg Franz-Willing ist als Autor mehrerer Bücher und Aufsätze auf historischem und militärgeschichtlichem Gebiet bekannt.

Bd. 23: Niemeyer, Joachim

Das österreichische Militärwesen im Umbruch. Untersuchungen zum Kriegsbild zwischen 1830-1866. XIV, 298 Seiten. Osnabrück 1979.

ISBN 3-7648-1189-7
Euro 25,10

Bd. 24: Sitzler, Kathrin

Solidarität oder Söldnertum? Die ausländischen Freiwilligenverbände im ungarischen Unabhängigkeitskrieg 1848/49. VI, XI, 481 Seiten. Osnabrück 1980.

ISBN 3-7648-1155-2
Euro 29,70

Im ungarischen Unabhängigkeitskrieg von 1848/49 kämpften auf Seiten Ungarns auch mehrere ausländische Freiwilligenverbände: so die Deutsche, die Italienische und die Polnische Legion. War die Beteiligung dieser Verbände am Krieg gegen die Vormacht der Restauration ein Akt revolutionärer Solidarität, durch den die Ausländer der Sache der Freiheit und zugleich der Unabhängigkeit ihrer eigenen Länder zu dienen hofften, oder handelte es sich bei den Legionen um Söldnertruppen vom Typ der französischen Fremdenlegion? Unter der grundsätzlichen Fragestellung “Solidarität oder Söldnertum” behandelt die vorliegende Arbeit zum erstenmal die Geschichte der drei Verbände im Vergleich und unter Berücksichtigung aller relevanten politischen wie militärischen Aspekte. Auf umfassenden Quellenstudien basierend, zeigt die Untersuchung die Verflechtung von Motiven und Interessen der handelnden Personen mit dem politischen und militärischen Geschehen auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Historiographie der Revolutionsjahre 1848/49 in Europa.

Bd. 25: Hahlweg, Werner

Das Kriegswesen der Stadt Danzig. 1. Die Grundzüge der Danziger Wehrverfassung 1454-1793. Erweiterter Neudruck der Ausgabe Berlin 1937. XVI, 222, 50 Seiten, Portrait, 6 Abbildungen, 1 Karte. Osnabrück 1982.

ISBN 3-7648-1247-8
Euro 24,60

Bei dem vorliegenden Reprint handelt es sich um Untersuchungen Werner Hahlwegs zur Militärgeschichte Danzigs aus der Zeit seiner jahrhundertelangen Eigenständigkeit (1454-1793); die Untersuchungen beruhen in erster Linie auf dem einschlägigen Dokumentenmaterial des Staatsarchivs der Freien Stadt Danzig. Am Text der Erstausgabe von 1939 wurden keinerlei Veränderungen vorgenommen. Dem Reprint sind einige bisher unveröffentlichte Dokumente aus dem Staatsarchiv der Freien Stadt Danzig beigefügt. In Beziehung zur Darstellung stehend, sollen sie in einzelnen Fällen die dort gebrachten Ausführungen durch die unmittelbare Aussage der Quelle selbst unterstreichen, d. h. das entworfene, konkrete Bild der Wehreinrichtungen Danzigs ebenso lebendig wie glaubhaft dem Leser vor Augen führen. Dem gleichen Zweck dienen einige, hier erstmalig veröffentlichte Abbildungen.

Bd. 26: Schubert, Peter

Die Tätigkeit des k.u.k. Militärattachés in Bern während des Ersten Weltkrieges. VIII, 454 Seiten. Osnabrück 1980.

ISBN 3-7648-1156-0.
Euro 28,70

Spionage, Subversion, Propaganda und Wirtschaftskrieg waren die hauptsächlichen Aktivitäten des österreichisch-ungarischen Militärattachés in Bern während der Jahre 1914-1918. Abgesichert durch weitgehende Absprachen mit den höchsten Schweizer Militärs konnten William von Einem, sein Nachfolger Berlepsch und ihre Mitarbeiter hier umfangreiche Arbeit leisten.

Erstmals liegen nun die Berichte und Akten des k.u.k. Militärattachés bearbeitet in gedruckter Form vor, eine bisher ungenutzte Quelle des Ersten Weltkrieges, die zahlreiche Fakten in neuem Licht zeigt und Impulse für weitere Forschungen bringt. Der Autor erhielt für seine - als Doktorarbeit verfasste - Schrift den Ludwig-Jedlicka-Gedächtnispreis für Zeitgeschichte 1979.

Bd. 27: Mennel, Rainer

Die Schlussphase des Zweiten Weltkrieges im Westen (1944/45). Eine Studie zur politischen Geographie. 3. verbesserte Auflage. XV, 324 Seiten. Osnabrück 1994.

ISBN 3-7648-2418-2
Euro 36,90

Das deutsche wehrwissenschaftliche Schrifttum ist nicht gerade reich an wissenschaftlichen Untersuchungen über die Wechselbeziehung zwischen Raum bzw. Räumen und militärischen Operationen. Dabei ist es heute klar, dass zu den konstitutiven Grundelementen aller Politik, aller Strategie und aller Operationen in Angriff und Verteidigung die Begriffe Raum, Zeit und Kraft gehören. Der Verfasser hat in einer gründlich durchgeführten Studie die vielfältigen Beziehungen zwischen Raum und militärischem Geschehen einmal in weiten Raumabschnitten (Normandie und Provence bis zur deutschen Reichsgrenze) zum anderen aber in ausgewählten Teilabschnitten (Arnheim, Schelde-Mündung, Raum Aachen, Ardennen, Elsass) dargestellt. Dadurch finden weiträumig geplante strategische Vorhaben ebenso Berücksichtigung wie taktische Vorgänge immer in ihren Relationen bzw. Einflüssen des Raumes auf das Kriegsgeschehen. Diese Vielseitigkeit der Raumbeziehungen, dazu die Ausarbeitung, die Auswertung von Originalakten des Militärarchivs in Freiburg i. Br., die hier erstmals der Öffentlichkeit vorgelegt werden, und die Kenntnis des einschlägigen Schrifttums und nicht zuletzt instruktive Kartenbeilagen machen diese Arbeit zu einem Bestandteil moderner wehrwissenschaftlicher Forschung.

Bd. 28: Klein, Hans H.

Wilhelm zu Schaumburg-Lippe. Klassiker der Abschreckungsstrategie und Lehrer Scharnhorsts. X, 353 Seiten mit 20 Abbildungen. Osnabrück 1981.

ISBN 3-7648-1265-6
Euro 26,60

Die zahlreichen Kriege, die die 150 Jahre zwischen dem Dreissigjährigen Krieg und der napoleonischen Epoche ausfüllen, rückten die Themen Krieg und Frieden in den Vordergrund der Aufklärungsphilosophie. Hierzu lieferte Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1724-1777), Souverän einer kleinen Reichsgrafschaft und Feldherr des Siebenjährigen Krieges, einen bemerkenswerten selbständigen Beitrag. In seinem militärwissenschaftlichen Hauptwerk und seinen praktischen Versuchen verfolgt er das Ziel, die “Verteidigungskunst” mit den Mitteln seiner Zeit so zu vervollkommnen, dass Aggressionen sich keine Erfolgschancen mehr ausrechnen können. “Die Kriegskunst ist anzuwenden”, fordert Graf Wilhelm, “um den Krieg zu verhindern oder wenigstens sein Unheil zu verringern” - ein Abschreckungsgedanke von klassischer Einfachheit. Verteidigungsbereitschaft gewinnt durch ihn hohen sittlichen Rang.

Seine Strategie und Taktik lehrt Wilhelm auf dem “Wilhelinstein”, Inselfestung und Militärschule im Steinhuder Meer. Scharnhorst, sein kongenialer Schüler, nimmt das Vermächtnis des Grafen auf und bringt dessen Ideen in die preussische Heeresreform ein: die Landesverteidigung wird zur Aufgabe des ganzen Volkes. Wilhelms Maxime, dass Streitkräfte nur der Verteidigung dienen dürfen, finden wir heute im Grundgesetz unseres Staates wieder.

Generalleutnant a. D. Hans Heinrich Klein stellt in seiner Studie Wilhelms aussergewöhnliches militärisches Denken und Handeln allgemein verständlich dar und skizziert darüber hinaus ein Bild seiner Persönlichkeit. Es werden insbesondere Wilhelms eigene Schriften (in geraffter Form) interpretiert, die seit 1977 in Gestalt der grösstenteils französischen Originalmanuskripte gedruckt vorliegen und vorwiegend wissenschaftliches Interesse finden. Kleins Buch öffnet Leben, Geist und Werk dieses Philosophen unter den Feldherrn des 18. Jahrhunders nun einem grösseren Leserkreis und stellt zugleich den Bezug zur Gegenwart her.

Bd. 29: Wanner, Gerhard

Die Bedeutung der k.u.k. Gesandtschaft und des Militärattachements in Stockholm für die Beziehungen zwischen Schweden und Österreich während des Ersten Weltkrieges. VIII, 620 Seiten. Osnabrück 1983.

ISBN 3-7648-1267-2
Euro 32,80

In diesem Band wird die hohe Bedeutung einer diplomatischen Mission in einem neutralen Land herausgestellt. Nach Vorstellung des Personals und seiner Funktionen wird besonders auf die militärischen Aufgaben eingegangen, die neben Nachrichtenbeschaffung auch Fluchthilfe und Gefangenenaustausch betrafen. Daneben trat der Versuch der Meinungsbeeinflussung und die Belebung eines Handelsaustausches, vor allem für die Beschaffung wichtiger Rohstoffe. Den grössten Teil des Buches nehmen die Lageberichte ein, die von Bündnishoffnungen über Neutralitätsbestrebungen bis zu Friedensangeboten reichen und besonders die Vorgänge um die russischen Revolutionen und die Loslösung Finnlands betreffen.

Bd. 30: vom Programm abgesetzt

Bd. 31: Mader, Hubert

Duellwesen und österreichisches Offiziersethos. VIII, 191 Seiten, 7 Tafeln. Osnabrück 1983.

ISBN 3-7648-1290-7
Euro 26,60

Die vorliegende Dissertation ist eine gründliche Betrachtung aller mit dem Duell zusammenhängenden Anschauungen, Begriffe und Regelungen. Einleitend wird der Ehrbegriff untersucht und auf den Zweikampf als überliefertes Mittel zur Wahrung der “Ehre” hingewiesen. Der Abschnitt über die Duellregeln definiert klar die Arten der Beleidigungen, die Rechte des Beleidigten, die Einleitung des Duells und seine Arten. Hierbei sind die beigegebenen Tafeln aus einem alten Duellkodex recht nützlich. Ein wichtiger Abschnitt behandelt die Versuche, Duelle zu verhindern. Hier sind Ehrenrat, gesetzliche und gesellschaftliche Verbots- und Ächtungsbestrebungen zu nennen. Die Beispiele entstammen allgemein dem Umkreis der k.u.k. Armee.

Bd. 32: Reinicke, Adolf

Das Reichsheer 1921-1934. Ziele, Methoden der Ausbildung und Erziehung sowie Dienstgestaltung. X, 473 Seiten und 14 Abbildungen auf 7 Tafeln. Osnabrück 1986.

ISBN 3-7648-1457-8
Euro 48,60

Aus dem Vorwort:

“Beim Studium der Kriegsgeschichte an der Universität Münster bei Professor Dr. Werner Hahlweg kam mir die Erkenntnis, dass es zwar zahlreiche Bücher über die Reichswehr von 1921 bis 1934 vorwiegend politischen Inhalts gibt, dass jedoch eine Beschreibung der inneren Verhältnisse in der damaligen Truppe, der Dienstgestaltung als Unterführerheer, fehlt. Die oberste Führung der Reichswehr und ihre Beziehungen zur Weimarer Republik sind in vielen Veröffentlichungen (Noske, Dr. Gessler, von Gaertner, Klaus Hornung, Wohlfeil-Dollinger, Carsten, Craig und andere) eingehend, wenn auch nicht immer voll zutreffend, behandelt worden.

Der Stand der heeresgeschichtlichen Forschung weist daher eine Lücke auf. Es kam mir darauf an, diese aus eigener sicherer Erinnerung und mit Hilfe von Kameraden zu schliessen. Auch das “Handbuch für Militärgeschichte” des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg i. Br. enthält kaum etwas über die Ausbildungsziele und Diensthandhabung im einzelnen. Alle Unterlagen darüber sind zu Ende des 2. Weltkrieges durch Luftangriffe vernichtet worden. Viele heutige Veröffentlichungen über die Reichswehr werden dem damaligen Denken und Handeln in der Truppe nicht gerecht. Ich habe mir die wirklichen Verhältnisse in jener Zeit in das Gedächtnis zurückgerufen, um zu beschreiben, “wie es eigentlich gewesen ist” (nach dem Wort von Leopold von Ranke). Ohne die Kenntnis der eigentlichen Arbeit im Reichsheer ist es nicht zu verstehen, wie aus dem Söldnerheer die Wehrmacht mit Wehrpflicht entstand. Auf breiter Grundlage wurde ein Unterführerheer geschaffen, das dem Ansturm der Wehrpflichtrekruten ab 1935 voll gerecht wurde. Freilich wurde der jedes Jahr fortschreitende Ausbau des Heeres von Hitler übermässig vorangetrieben. Bei Kriegsbeginn 1939 war das Heer nicht annähernd fertig für einen grossen Krieg aufgebaut. Es war erstaunlich, wie trotzdem - nach Ausbildung von drei Jahrgängen der Wehrpflicht-Armee - die Erfolge in den ersten Kriegsjahren nicht ausblieben. Es ist hinzuzufügen: Die Überforderung der Leistungsfähigkeit der Soldaten im Kriege und schliesslich der Untergang der Wehrmacht und des Deutschen Reiches sind durch weit überspannte Forderungen des Obersten Befehlshabers herbeigeführt worden.”

Bd. 33: Büschleb, Hermann

Westfalen und die preussischen Truppen 1795-1802. Ein Kapitel Militärpolitik und Landesgeschichte. 360 Seiten mit Anlagen, Kartenskizzen sowie Personen- und Ortsregister. Osnabrück 1987.

ISBN 3-7648-1725-9
Euro 34,80

Bisher betrachtete man in der westfälischen Landesgeschichte ausschliesslich die Aera Napoleon als Zäsur, so dass die vorausgehende Übergangszeit vom Feudalismus zur preussischen Hoheit, also die Zeit von 1795 bis 1802, in ihrer historischen Bedeutung zurücktrat. Die Auswertung der Quellen macht jedoch deutlich, wie sehr damals die preussische Politik für die Zukunft Westfalens bestimmend wurde. Unter Preussens Schirm wurde der Krieg ein Jahrzehnt lang ferngehalten und zugleich die Auflösung der geistlichen Territorien vollzogen. Die vorliegende wissenschaftiche Darstellung geht von den Ursprüngen dieses westfälisch-preussischen Verhältnisses aus und bringt Licht in die politischen Zwangslagen, die aus den verschiedenartigen Aufgaben der westfälischen Administration und der preussischen Truppen resultierten. So entstand ein Buch, das zum Verständnis der Vorgeschichte der preussischen Provinz Westfalen unentbehrlich ist.

Bd. 34: Desarzens, Olivier

Nachrichtendienstliche Aspekte der “Weserübung” 1940. IV, V, 258 Seiten. Osnabrück 1988.

ISBN 3-7648-1753-4
Euro 34,80

Auch wenn die deutsche Besetzung Norwegens im Sommer 1940 unter der Tarnbezeichnung “Weserübung” als eine der am besten wissenschaftlich aufgearbeiteten Operationen des Zweiten Weltkrieges gilt, fehlte bisher doch eine Darstellung der nachrichtendienstlichen Planung und Vorbereitung sowohl auf Seiten der Wehrmacht wie der Alliierten. Die vorliegende Arbeit sucht diese Lücke zu schliessen, indem sie aufzeigt, wie einerseits die effizientere Nachrichtenbeschaffung auf deutscher Seite durch Planung, Geheimhaltung, Täuschung und Tarnung, wie andererseits die Vernachlässigung nachrichtendienstlicher Informationen auf Seiten der Alliierten zum deutschen Erfolg führte.

Bd. 35: Hahlweg, Werner

Die Heeresreform der Oranier und die Antike. Studien zur Geschichte des Kriegswesens der Niederlande, Deutschlands, Frankreichs, Englands, Italiens, Spaniens und der Schweiz vom Jahre 1589 bis zum Dreissigjährigen Krieg. Ein um ein neues Vorwort des Autors, einen Lebensabriss und eine Bibliographie erweiterter Neudruck der Habilitationsschrift Berlin 1941. XXXIV, 325 Seiten. Osnabrück 1987.

ISBN 3-7648-1727-5
Euro 29,70

Wenn der Verlag sich entschlossen hat, von dem obigen Werk einen um ein Vorwort erweiterten, aber sonst unveränderten Neudruck herauszubringen, so liegt die Begründung dafür darin, dass es sich um ein unbestreitbares und gesuchtes Standardwerk handelt, das seit vielen Jahren vergriffen ist. Es zum 75. Geburtstag des Autors wieder zugänglich zu machen, erfüllt den Verlag mit besonderer Freude.] Die Heeresreform der Oranier muss in grossen historischen, geistigen, politisch-sozialen, ökonomischen und kriegstechnischen Zusammenhängen gesehen werden! d. h. sie ist kein blosser zeitlich begrenzter oder nur auf einen bestimmten Raum beschränkter Vorgang]. Das Ende des Oströmischen Reiches (1453) sowie - damit zusammenhängend - die Renaissance-Bewegung in Europa, schufen die geistigen Voraussetzungen im Sinne von Impulskräften für das Werden bzw. die Gestaltung der oranischen Heeresreform. In der Renaissance wurden nämlich in grossem Stil griechische, römische und byzantinische Handschriften, auch zum Kriegswesen, entweder im griechischen Originaltext oder in lateinischer Übersetzung im Druck herausgegeben, studiert und angewendet. Die niederländischen Reformer verstanden es, bei der Adaptierung von Angaben oder Vorschriften dieser Schriftsteller die Bedingtheiten ihrer eigenen Zeit, d. h. der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, entsprechend zu berücksichtigen. Zu den bestimmenden konkret-praktischen Elementen der Reform gehört die Kommandosprache in Verbindung mit dem Truppenexerzieren in Form neuartiger Elementarbewegungen, hoher Beweglichkeit, Wendigkeit, jeweils gelenkter Exaktheit und Variationsbreite in Formveränderungen zahlreicher kleiner Truppenkörper mit der Fähigkeit, sich den jeweiligen Gefechtsformen zweckvoll anzupassen. So ergibt sich ein Zusammenspiel vom Ende Ostroms, von der Renaissance-Bewegung und dem niederländischen Aufstandskrieg (1568-1648). Es ist ein Zusammentreffen von geschichtlichen Kräften, geistiger Überlieferung und politisch-sozialen Wirkungselementen neben Wandlungen allgemeiner Art im Kriegswesen, wie sie durch das Auftreten der Hussiten, der Schweizer Gevierthaufen und schliesslich der spanischen Tercios gekennzeichnet sind.

Bd. 36: Donat, Gerhard

Der Munitionsverbrauch im Zweiten Weltkrieg. X, 96 Seiten, 31 Anlagen auf 38 Seiten, 2 Karten. Osnabrück 1992.

ISBN 3-7648-1790-9
Euro 24,60

Dieses Buch des österreichischen Generalmajors i. R. Gerhard Donat (Jahrgang 1920), zeitweise Hauptlehrer für Versorgungsführung an der Stabsakademie in Wien und zuletzt Abteilungsleiter im Wiener Bundesministerium für Landesverteidigung, behandelt die Leistungen der deutschen Rüstungsindustrie und den Munitionsverbrauch der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Es ist von besonderer Bedeutung für das Gebiet der Versorgung und Logistik und bietet eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Kriegen unseres Jahrhunderts und darum auch von aktueller Bedeutung für die Bundeswehr.