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Soldatenschicksale des 20. Jahrhunderts als Geschichtsquelle

Herausgegeben von Dermot Bradley. Osnabrück 1979 ff.

ISBN 3-7648-1167-6

Band 1: Hampe, Erich

... als alles in Scherben fiel. Erinnerungen des Generalmajors a. D., ehemaligen Generals der Technischen Truppen und Präsidenten der Bundesanstalt für Zivilen Luftschutz. VI, 185 Seiten, 11 Abbildungen. Osnabrück 1979. Geb.

ISBN 3-7648-1168-4
Euro 23,10

Erich Hampe, geboren am 17. 12. 1889, wurde 1908 Soldat. Seine militärische Laufbahn wurde durch eine mehrjährige journalistische Tätigkeit unterbrochen. Reaktiviert erlebte er im Ersten Weltkrieg die Hölle von Verdun, wurde in der Weimarer Republik Einsatzleiter der Technischen Nothilfe und später Chef des Reichsamtes der Technischen Nothilfe. Als solcher war er - ein Kuriosum - 1923 u. a. zuständig für den Druck der neuen Mark-Noten nach der vorausgegangenen Inflation. In der Wehrmacht befehligte er im Zweiten Weltkrieg mit seinen Technischen Truppen “eine unbekannte Armee”, die u. a. für die Wiederherstellung von unterbrochenen Bahnlinien, Elektrizitäts- und Wasserwerken sowie für den Wiederaufbau nach den vernichtenden alliierten Bombenangriffen auf Deutschland zuständig war. Nach der Niederlage wurde er von der Bundesrepublik Deutschland aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Bewährung zum Präsidenten der Bundesanstalt für Zivilen Luftschutz ernannt. 89jährig ist er am 28. 6. 1978 verstorben. Was diesen Lebensbericht eines Soldaten neben seiner militär-technischen Aktualität so anziehend macht und ihm soviel menschliche Wärme verleiht, ist der unverrückbare Glaube Hampes an die Güte Gottes und seine tiefe Verehrung für die Frau. Wer sich mit den heutigen Problemen der Zivilverteidigung zu beschäftigen hat oder wer als Historiker die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht eines verantwortlichen Soldaten verstehen will, sollte zu diesem spannenden und gut lesbaren Buch greifen. Als besondere fachliche Ergänzung dieses Buches verweisen wir auf Band 21 unserer Reihe “Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung”: Erich Hampe/Dermot Bradley, “Die Unbekannte Armee”, VI, 183 Seiten, 14 Abbildungen, Geb., ISBN 3-7648-1175-7, 21,50.

Band 2: vom Programm abgesetzt

Band 3: Bradley, Dermot

Walther Wenck. General der Panzertruppe. Mit einem Vorwort von Karl Hollidt. 3. verbesserte Auflage. XII, 485 Seiten, 64 Abbildungen, 4 Karten. Osnabrück 1985. Geb.

ISBN 3-7648-1459-4
Zur Zeit vergriffen. Neudruck in Vorbereitung. Vormerken?

General Wenck gehörte zur jüngsten militärischen Geschichte wie kaum ein anderer deutscher Soldat. Er wurde bis zuletzt vorzugsweise an Krisenherden eingesetzt. Vom preussischen Kadetten über seine Mitwirkung bei der Motorisierung des Heeres bis zum hervorragenden Generalstabsoffizier, mit der Beurteilung “unbegrenzt belastbar” reicht die Laufbahn von Walther Wenck. Die Etappen: Adjutant beim berühmten Chef der Heeresleitung Generaloberst Hans von Seeckt, vom Schöpfer der deutschen Panzertruppe Generaloberst Guderian frühzeitig zur neuen Waffe geholt, Bataillonsadjutant im bekannten IR 9, Chef des Generalstabes bei bekannten Generälen des Zweiten Weltkrieges wie dem rumänischen Generaloberst Dumitrescu, Generaloberst Hollidt, Generaloberst von Mackensen, Generaloberst Hube, Generalfeldmarschall Schörner, unter Reichsführer Himmler bei der Heeresgruppe Weichsel Chef der Operationsabteilung, Stellvertretender Chef des Generalstabes des Heeres und Chef der Führungsgruppe unter Generaloberst Guderian, und im April 1945 mit dem Oberbefehl über die 12. Armee betraut, mit der Aufgabe, Berlin zu retten, eine Aufgabe, die Anlass zu Hitlers Frage gab, “Wo sind die Spitzen von Wenck?” Nicht umsonst wurde er dank seiner persönlichen Ausstrahlung und seines unerschütterlichen Einsatzes “der Sonnenvogel” genannt. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft fing er höchst bescheiden in der Industrie an, brachte es aber infolge seiner Energie und verbindlichen Art der Menschenführung bald dahin, dass er Vorsitzender Geschäftsführer einer Firma wurde, um später Generaldirektor einer deutschen Rüstungsfirma zu werden und dass er lange als erster Generalinspekteur der Bundeswehr im Gespräch war.

Dermot Bradley kannte diesen hervorragenden Soldaten seit 1962. Aufgrund zahlreicher Gespräche mit ihm über seine Lebensgeschichte und seine militärischen Gedankengänge, sowie durch die Einsicht in seine umfangreichen persönlichen Unterlagen war es dem Verfasser möglich, ein zutreffendes und vollständiges Lebensbild der Persönlichkeit von General Wenck zu zeichnen.

Band 4: Hitzfeld, Otto Maximilian

Ein Infanterist in zwei Weltkriegen. Erinnerungen des Generals der Infanterie a. D. 1898-1980. VIII, 185 Seiten, 32 Abbildungen, 5 Seiten Dokumentenanhang. Osnabrück 1983. Geb.

ISBN 3-7648-1269-9
Euro 26,60

Hier erzählt ein Berufssoldat seinen Schicksalsweg, der ihn auf die verschiedensten Kriegsschauplätze des Ersten und des Zweiten Weltkriegs geführt hat. In seinen Memoiren werden die Somme-Schlacht, der Kampf um Verdun und am Kemmel im Ersten Weltkrieg mit ihren schrecklichen Blutopfern ebenso lebendig wie nach dem Krieg sein Dienst in dem damals von Seeckt geprägten Reichsheer mit einer Berufung zum Taktik- und Kriegsgeschichtslehrer an der Kriegsschule Dresden. 1938 wurde Major Hitzfeld zum Adjutanten des Kommandeurs der Kriegsschule Wiener Neustadt, des späteren Generalfeldmarschalls Rommel, ernannt. Der Zweite Weltkrieg sieht ihn im Einsatz an vielen Brennpunkten des Geschehens von der Kanalküste West bis Sebastopol auf der Krim. Den tragischen Höhepunkt seiner Darstellung aber bildet die Ardennen-Offensive, bei der er Kommandierender General des LXVII. Armeekorps war, ebenso wie die Schilderung der schweren Rückzugskämpfe und das Drama um die Brücke von Remagen. Aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen, baute sich Hitzfeld zunächst als Hilfsarbeiter, dann als Abteilungsdirektor einer chemischen Fabrik eine neue Existenz auf. So ist der Bogen seiner Memoiren durch seine Teilnahme an vielen militärischen Entscheidungen und durch seine mannigfachen Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten so weit gespannt, dass auch die Jugend von heute, die die Problematik jener Jahre nicht selber erlebt hat, sich durch die Lektüre ein lebensvolles Bild jener Zeit machen kann.

Band 5: Fretter-Pico, Maximilian

Die Jahre danach. Erinnerungen des Generals der Artillerie a. D. 1945-1984. XII, 180 Seiten, 1 Portrait. Osnabrück 1986. Geb.

ISBN 3-7648-1464-0
Euro 24,60

Aus dem Vorwort des Generals Fretter-Pico:

“Dieses Buch habe ich geschrieben, um die sittliche Pflicht eines Patrioten zu erfüllen, die Jahre nach dem politisch-militärischen Zusammenbruch von 1945, unbeeinflusst vom Zeitgeschmack und von politischen Tendenzen, so zu schildern, dass kommende Generationen Lehren und Nutzen daraus ziehen können. Ich habe viele Jahre gewartet, um - durch den Gewinn des historischen Abstandes - jene höchstmögliche Objektivität zu erreichen, die heute leider vielen zeitkritischen Veröffentlichungen fehlt ...

Die in diesem Buch niedergeschriebenen Erlebnisse mit den ehemaligen Gegnern, die heute unsere Freunde und Verbündeten sind, sollen keine Anfeindung oder Aufrechnung darstellen. Gerade seinen Freunden muss man die Wahrheit sagen dürfen ... Es ist das Anliegen dieses Buches, aus der Sicht eines redlichen Patrioten und alten Soldaten, der vier Staatsformen in Deutschland denken und urteilend erlebt hat, die Stationen des hinter uns liegenden Geschehens zu ordnen und auszudeuten. Zuviel ist in der Nachkriegszeit veröffentlicht worden, was nur als gefährliche Geschichtsklitterung bezeichnet werden kann.”

Band 6: Bradley, Dermot

Generaloberst Heinz Guderian und die Entstehungsgeschichte des modernen Blitzkrieges. Mit einem Vorwort von General der Panzertruppe Walther K. Nehring (15.8.1892 - 20.4.1983). 2. (ergänzte) Auflage. X, 419 Seiten, 20 Abb. Osnabrück 1986. Geb.

ISBN 3-7648-1486-1
Euro 39,90

Es handelt sich um eine verbesserte und erweiterte Neuauflage der gleichnamigen Schrift, die 1978 in der Reihe “Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung” als Band 16 erschienen ist.

Neu: Aktualisierte neue Einleitung / Aktualisierte Liste der Generale / Berichtigte Bibliographie / 20 statt 14 Bilder.

Aus dem Vorwort des Generals Nehring:

“Dr. Bradley verliess sich ... nicht nur auf die Dokumente und andere Akten, sondern befragte teilnehmende Personen, deren Aussagen er vergleichen konnte, die die Dokumente teilweise erst aufschlüsselten. Er ... ist so wohl der beste Kenner der Generale geworden, die in den 60er Jahren oder später noch lebten ... Von besonderem Wert für die Ergebnisse der vorliegenden Studien sind die Erkenntnisse, die Heinz Guderian aus dem verfehlten Einsatz der deutschen Heereskavallerie 1914 an der Marne und seiner eigenen Verwendung ... gewonnen hatte.”

Aus “Europäische Wehrkunde”, Heft 11/1978:

Die auf solider, breiter Quellen- und Literaturkenntnis gebaute Arbeit ist durch die Befragungsergebnisse von 170 fachkundigen Wissensträgern bereichert und stellt in ihrem beachtenswerten Resultat wissenschaftlicher Bemühung für die Forschung einen erheblichen Sprung nach vorn dar. Von besonderem Reiz sind die eingestreuten Äusserungen des Schöpfers der deutschen Panzerwaffe. Für jeden, der sich mit dem Thema “Panzertruppen” beschäftigt, ist dieses Buch eine unverzichtbare Arbeitsunterlage.

Aus ASMZ, Nov. 1978:

Hauptanliegen der Dissertation des schon lange in Deutschland lebenden, jungen und bewährten irischen Militärhistorikers ist es, das Phänomen Blitzkrieg in seinen Grundlagen zu erklären, aus der Jugend, den Erlebnissen, Studien, der Vorausschau, dem zielbewussten und kämpferischen Wirken des Schöpfers und besten Führers der Panzerwaffe, Guderian. Bradley hat ihn dokumentiert wie kein zweiter.

Band 7: Sperker, Karl Heinrich

Generaloberst Erhard Raus (1889-1956). Ein Truppenführer im Ostfeldzug. X, 339 Seiten, 12 Taf. mit 18 Fotos. Mit Anhängen, Kartenskizzen, Personenregister und Register der militärischen Verbände. Osnabrück 1988. Geb.

ISBN 3-7648-1492-6
Euro 38,40

Der Autor stellt in diesem Band einen der höchstdekorierten Generale der deutschen Wehrmacht vor, der im Verlauf des Krieges fünf Armeen (davon 2 ausländische) befehligte. Als österreichischer Berufssoldat machte er nach Übernahme in die Wehrmacht einen beeindruckenden Aufstieg: Innerhalb von drei Jahren avancierte er vom Oberst zum Generaloberst auf Grund seiner Begabung bei taktischen und organisatorischen Aufgaben. Die Kunst der Truppenführung in Theorie und Praxis bewies er ganz besonders als Kommandeur der 6. Pz.Div. im Einsatz vor Stalingrad “als Mann, der Paulus befreien sollte”. Guderian bezeichnet ihn in seinen “Erinnerungen” als einen der besten Panzergenerale des deutschen Heeres. Doch lesen Sie selbst diese eindrucksvolle Schilderung einer integren Persönlichkeit, deren Hochschätzung und Achtung sich nach dem Kriege in Österreich darin ausdrückte, dass er für das Amt des Verteidigungsministers vorgschlagen wurde.

Band 8: Rabe von Pappenheim, Friedrich-Carl

Erinnerungen 1914-1955. Soldat und Diplomat. Mit einem Nachwort seines Sohnes Burkhard Rabe von Pappenheim. V, 312 Seiten, 22 Abb. Osnabrück 1988. Geb.

ISBN 3-7648-1493-4
Euro 34,80

Die vorliegenden Erinnerungen des Generalleutnants Friedrich-Carl Rabe von Pappenheim wurden als Familienchronik geschrieben und von dem Sohn, dem heutigen Oberstleutnant der Bundeswehr Burkhard Rabe von Pappenheim, nach dem Tode des Vaters in Verwahrung gehalten.

Oberstleutnant Rabe von Pappenheim und der Herausgeber der Serie “Soldatenschicksale des 20. Jahrhunderts”, Dr. Dermot Bradley, brachten das Manuskript in eine für die Drucklegung geeignete Form. Dabei stand fest: an dem frischen unkonventionellen Diktierstil sowie an der ungeschminkten Offenheit des Autors sollte nichts geändert werden. Eine Gliederung des Ganzen und eine Ergänzung von Daten waren allerdings unumgänglich. Das Buch hat die folgende Einteilung: Mobilmachung und Erster Weltkrieg, Revolution und Reichsheer, militärpolitischer Dienst und Militärattaché in Belgien und in den Niederlanden, die ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs im Westen und im Osten, Russlandfeldzug 1941, Militärattaché in Ungarn 1941-1943, zurück an die Front 1943-1945, Kriegsgefangenschaft 1945-1955. Eine detaillierte militärische Laufbahn des Generalleutnants Rabe von Pappenheim auf den Seiten 285-310 mit den erforderlichen Daten für Beförderungen und Stellenbesetzungen ergänzt das Buch.

Band 9: Burdick, Charles B.

Hubert Lanz. General der Gebirgstruppe 1896-1982. Aus dem Amerikanischen von Otto Zeller. XIV, 267 S., 13 Taf. mit 32 Abb. Osnabrück 1988. Geb.

ISBN 3-7648-1736-4
Euro 34,80

Ein besonderer Reiz dieser Biographie liegt darin, dass sie von einem Amerikaner geschrieben wurde, dessen Ziel es war, einen als typisch deutsch empfundenen Offizier des Ersten und Zweiten Weltkriegs in seiner Berufs- und Ehrauffassung zu verstehen und zu würdigen. Das gilt insbesondere für dessen Patriotismus, der den Fahnenjunker Lanz bereits im Ersten Weltkrieg für “König und Vaterland” in den Krieg ziehen liess, und der dem Generalstabsoffizier des Zweiten Weltkriegs die selbstverständliche Pflicht auferlegte, sein Leben und sein soldatisches Können seinem Volk - auch unter Hitler - wiederum zur Verfügung zu stellen. Je steiler der Aufstieg des Generals der Gebirgstruppe verlief, desto schwieriger wurden die Aufgaben und die Verantwortlichkeiten, die Lanz auf sich nehmen musste. Auch er hatte - wie alle Soldaten - den Eid auf Hitler als den obersten Kriegsherrn geleistet, sah aber die Grenze des Gehorsams da gekommen, wo es um Befehle ging, die der Soldatenehre zuwiderliefen. Den aus dieser Auffassung sich ergebenden Konflikten mit Hitler wich Lanz keineswegs aus. Trotzdem kam er nach Kriegsende auf die Anklagebank des Nürnberger Kriegsverbrecher-Tribunals in einem der Nachfolgeprozesse “gegen die Südostgenerale”. Der Gewinn für den Leser dieser Biographie: An Hand des spannenden Lebenslaufs eines deutschen Generals zeigt ein amerikanischer Professor, wie es über die Eigeninteressen der verschiedenen Völker hinweg gemeinsame Grundsätze einer Soldatenethik gibt, deren Befolgen mehr zum Frieden beitragen kann als viele schöne Worte.

Bd. 10: Löffler, Hans-Georg

(Generalmajor a. D. NVA)

Soldat im Kalten Krieg. Erinnerungen 1955-1990 XIV, 366 Seiten, 63 Abbildungen, Bissendorf 2002. Gebunden.

ISBN 3-7648-1724-0
Euro 39,00

Generalleutnant a. D. Werner von Scheven äusserte sich zum Buch “Soldat im Kalten Krieg" und zum Autor u.a. folgendermassen:

“Am Tage der deutschen Einheit, am 3. Oktober 1990, wechselten 50 000 Berufssoldaten der ausser Dienst gestellten Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr. Sie zogen die Uniform des früheren Gegners an, um weiter im Dienst bleiben zu können oder eine finanzielle Abfindung am Ende des Jahres mitzunehmen. Aber kein General oder Admiral war unter ihnen. Die Regierung der DDR hatte auch für eine kleine Gruppe von Offizieren im Generalsrang, die für einen Weiterverbleib in der Bundeswehr bereit und empfohlen worden war, Ende des Monats September 1990 die Entlassung verfügt. Unter diesen Generalen war Hans-Georg Löffler.

Dieser General unterscheidet sich von vielen seiner ehemaligen Berufsgenossen u. a. dadurch, das er sich nicht mit dem Gefühl eines Verlierers der Geschichte in den privaten Schmollwinkel zurückzog. Er war bereit zu berichten, was er erlebte, zu erklären, was im Westen so wenige verstehen konnten, aufmerksam zu machen auf gemeinsame, aber auf zwei Seiten eines eisernen Vorhanges durchlebte deutsche Geschichte. Löffler hielt Vorträge und schrieb Aufsätze über Fragen aus der militärischen Vergangenheit der DDR, die in Westdeutschland gestellt wurden. Aber er wies auch auf wichtige Sachverhalte hin, bis zu denen weder Wissen noch Interesse der westdeutschen Landsleute hinreichten. Er stellte sich aber auch selbstbewusst und selbstkritisch den zum Teil besserwisserisch empfundenen Vorhaltungen aus der Bundeswehr. Für Fachleute und für den interessierten Zivilisten öffnet Löfflers fleissiges Werk den Blick in eine Berufswelt, die sich ganz und gar aus der deutschen und europäischen Teilung und aus dem Kalten Krieg erklärt."...

Bd. 11: Mellenthin, Friedrich W. von

Schach dem Schicksal. Ein deutscher Generalstabsoffizier berichtet von seiner Herkunft, seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg und seinem beruflichen Neubeginn nach dem Krieg. VIII, 254 S., 37 Abb. Osnabrück 1988. Geb.

ISBN 3-7648-1729-1
Euro 34,80

Mellenthin war Generalstabsoffizier bei Rommel und Chef des Generalstabs bei Balck, als dieser das Kommando zunächst über ein Panzerkorps, dann über eine Panzerarmee im Osten und schliesslich über die Heeresgruppe G im Westen führte. Auf Grund seiner hervorragenden beruflichen Sachkenntnis und seines sicheren Weitblicks konnte Mellenthin die Entschlüsse dieser und anderer grosser Truppenführer entscheidend vorbereiten und beeinflussen.

Aus seiner positiven Einstellung zum Leben und dem Glauben an sein Deutschtum zog Mellenthin die Lebenskraft, auch nach der Niederlage, der Flucht seiner Familie aus Ostdeutschland und dem Verlust jeder wirtschaftlichen Basis wieder festen Grund unter die Füsse zu bekommen. Bewundernswert hierbei seine Anpassungsfähigkeit auch an das zivile Leben. So wirkte er erfolgreich mit am Aufbau der südafrikanischen Fluglinie Trek Airways und brachte als Bezirksdirektor Afrika der Lufthansa diese deutsche Fluglinie zu unbestrittenem Ansehen auf dem ganzen afrikanischen Kontinent.

Daneben machte sich Mellenthin als Autor kriegswissenschaftlicher Bücher, besonders mit seinem in mehreren Auflagen erschienenen Buch “Panzerschlachten”, einen Namen und diente den verschiedensten Dienststellen der amerikanischen Streitkräfte als Berater. So stellt sich Mellenthins Leben als Leistung und zugleich als Verpflichtung für die nachrückenden Generationen dar.

Bd. 12: Jakob Jung

Max von Gallwitz (1852-1937). General und Politiker. VI, 278 Seiten. Osnabrück 1995. Geb.

ISBN 3-7648-2435-2
Euro 39,90

Das Leben von Max von Gallwitz zerfällt in drei Abschnitte, die Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Über sein Leben vor und nach dem Krieg ist bisher wenig bekannt. Durch seinen im Besitz seines Enkels Hubert von Gallwitz befindlichen Nachlass ist es möglich, eine vollständige Beschreibung seines Lebens und seiner Tätigkeit zu erbringen. Dem Autor kommt es darauf an, neben einem kurzen Überblick über seine militärische Tätigkeit Entwicklungen aufzuzeigen, in die Gallwitz selbst keinen Einblick hatte. Ein Schwerpunkt ist dabei seine Rolle als Kandidat für den Posten des Reichskanzlers oder Diktators. In der Zeit vor dem Weltkrieg war Gallwitz hauptsächlich im Kriegsministerium, zuletzt als Inspekteur der Feldartillerie. Über die deutsche Feldartillerie hatte schon zu dieser Zeit eine lebhafte Diskussion eingesetzt. Zu dieser Diskussion geben die Tagebücher wertvolle neue Erkenntnisse. Daneben zeigen sie interessante Einblicke über das Verhältnis von Kriegsministerium, Generalstab, Militärkabinett und Kaiser. Nach dem Krieg wurde Gallwitz Reichstagsabgeordneter für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) von 1920-1924. Die Gallwitz-Tagebücher sind dabei eine wertvolle Quelle für die Innenansicht der deutschnationalen Fraktion und für ihr Verhältnis zur Reichswehr. Daneben engagierte sich Gallwitz für den Rechtskatholizismus in Frontstellung gegen das Zentrum. Bis zu seinem Tode blieb er ein unabhängiger, durchaus konservativer, klardenkender Mann, der stets versuchte, sich sein eigenes Urteil zu bilden.

Bd. 13: Siegfried Stichling / Karl-Otto Leukefeld

Generalmajor Erich Bärenfänger. Ein Lebensbild. Herausgegeben von der Traditionsgemeinschaft 50. Infanterie-Division. X, 196 Seiten mit 37 Abbildungen. Osnabrück 1994. Geb.

ISBN 3-7648-2436-0
Euro 33,30

Aus dem Vorwort:

Zeitgenossen von Generalmajor Erich Bärenfänger haben aus eigenem Erleben und anhand weniger Zeitdokumente über ihn diesen Lebensbericht zusammengetragen. Handelt es sich doch um einen ungewöhnlichen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, dessen soldatische Leistungen und dessen Tod im Wirbel eines mit aller Härte geführten, mit ungewöhnlich hohen Opfern an Menschen, mit Zerstörung wertvoller Kulturgüter gekennzeichneten und für Deutschland verlorenen Krieges fast in Vergessenheit zu geraten drohen. Sachlichkeit, die so vielen Schilderungen und Veröffentlichungen überlieferter Berichte des Zweiten Weltkrieges fehlt, war oberstes Gebot bei der Entstehung dieses Buches. Höhen und Tiefen eines soldatischen Lebens sollten ebenso deutlich werden wie die vielfach unglaublich wie unmenschlich erscheinenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der deutschen Infanterie. Erich Bärenfänger ist ein Beispiel für die Aussichtslosigkeit, einen zu Unrecht begonnenen Krieg durch Idealisierung der Kriegsgründe von politischer Seite her zu rechtfertigen und gewinnen zu wollen. Insofern ist er ein Opfer. Vielleicht ist das die Berechtigung, das Lebensbild dieses vorbildlichen Kommandeurs zu überliefern.

Bd. 14: Westemeier, Jens

Joachim Peiper (1915-1976) - zwischen Totenkopf und Ritterkreuz - Lebensweg eines Führers der Waffen-SS. Eine Biographie. XIII, 276 Seiten mit 39 Abbildungen und Dokumenten. 2. veränderte Aufl. Bissendorf 2004. Gebunden.

ISBN 3-7648-2318-6
Euro 29,70

Der Lebensweg von Joachim Peiper steht für viele Deutsche, die nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg in den Ideen des Nationalsozialismus ihren Glauben an ein starkes Deutschland fanden und einer Organisation angehörten, deren Name noch heute als Sinnbild für das Dritte Reich steht: Der SS. Joachim Peiper diente dabei in einer Untergliederung der SS, die eine in der deutschen Militärgeschichte bis dahin noch nicht gekannte Erscheinungsform hervorbrachte: Die Waffen-SS. Peipers Abkommandierung in den Stab von Heinrich Himmler zeigt die Schwierigkeit einer Abgrenzung der Waffen-SS zu den Organen der SS, die verantwortlich für die Verbrechen des NS-Regimes sind. Im Zweiten Weltkrieg mit den höchsten Tapferkeitsauszeichnungen dekoriert, stellte Joachim Peiper den Prototyp eines Offiziers der Waffen-SS dar. Sein Name bleibt jedoch besonders mit der Ardennenoffensive 1944 und dem “Malmedy-Massaker” verbunden. Joachim Peiper steht aber auch für die Angehörigen der Waffen-SS, die nach dem Krieg durch ihre Vergangenheit nie mehr zur Ruhe finden sollten, und die im Nachkriegsdeutschland einer Generation zur Selbstrechtfertigung dienten