Geschichte des Geschlechts von Bronsart nebst einer Stammtafel. Faksimiledruck der handschriftlichen Aufzeichnungen. 4˚. VI, 833 Seiten. Mit einer Einführung von H. Bleckwenn. Osnabrück 1979. Lwd.
ISBN 3-7648-1240-0Schon früh mischen sich in die urkundlichen Nachrichten dieser Chronik kulturgeschichtliche Streiflichter auf das Ostpreussen des 16. Jahrhunderts; dann verflechten sich in den folgenden zwei Dritteln des Bandes die Schicksale der Bronsarts immer enger mit der brandenburgisch-preussischen Kriegsgeschichte und belegen damit tiefgehende soziale Veränderungen: die Hohenzollern werden ihres widerspenstigen Adels Herr, reservieren aber den Söhnen der Entmachteten die Offiziersstellen im Heer.
Erst im 19. Jahrhundert tritt die Familie mit drei Generälen in die vorderste Reihe der preussischen Armee: ein Vater und zwei Söhne, die beide von 1883 bis 1889 bzw. 1893 bis 1896 Kriegsminister wurden.
Der Verfasser der Familiengeschichte Wilhelm Bronsart von Schellendorf, der als Major 1914 im Osten fiel, war der Sohn des älteren Kriegsministers und hatte als Offizier die Möglichkeit, die Archive auch des Grossen Generalstabes und des Kriegsministeriums auszuschöpfen; seine Arbeit ist nun durch den Verlust der beiden Archive doppelt wertvoll.